Bericht der Auswärtsfahrt in Stuttgart
2:2 
Am Freitag, den 17.11.2000 ging's für uns (Michi, Tati, Rudi, Mare, Uli, Tobbe und ich) mal wieder ins Schwabenländle zum Spiel unserer Löwen gegen den VfB Stuttgart. An Stuttgart habe ich eigentlich immer ganz gute Erinnerungen, da meine 3 letzten Fahrten nach Stuttgart jeweils durch einen Sieg der 60er belohnt wurde.
Leicht verspätet, trudelte man also kurz nach den Anpfiff im Löwenfanblock ein, der nicht so voll war wie in den letzten Jahren immer, was man aber auch bei den anderen Auswärtsspielen schon bemerken konnte (Frankfurt, Leverkusen, Bochum). So versäumte man auch gleich die riesige Rauchaktion der Löwenfans, die wir nur noch durch den stehenden Rauch über dem Spielfeld mitbekamen, was gleich wieder zu einer Spielunterbrechung von zwei Minuten führte, das wird wieder teuer für den TSV :-) Aber für was zahlen wir denn unseren Mitgliedsbeitrag, bevor wir es dem Wildmoser für den Oly-Umbau (50 Millionen !!!) in den Arsch schieben, haben wir doch lieber unseren Spaß.
Nicht wie bereits im Vorfeld der
Begegnung angekündigt rotierte Löwen-Trainer Werner Lorant bei der Besetzung
der Anfangsformation: Torjäger Paul Agostino, am Mittwoch im Einsatz mit
Australiens Nationalmannschaft in Schottland, spielte trotz Doppelbelastung von
Beginn an. Markus Beierle muss daher noch immer auf sein erstes Bundesligaspiel
im Dress der Sechziger von Beginn an warten. Daniel Bierofka bekam eine
Verschnaufpause verordnet und blieb in München. In der Abwehr vertraute Lorant
erneut den Diensten von Neuzugang Vidar Riseth. Der zuletzt gelb-rot-gesperrte
Marco Kurz kehrte zurück in die Mannschaft und kümmerte sich vornehmlich um
Stuttgarts Ballzauberer Krassimir Balakov. Für Bierofka rückte Roman Tyce ins
Mittelfeld, Stranzl übernahm die zweite Manndeckerposition neben dem Norweger.
Stephan Passlack musste auf der Bank Platz nehmen. Bei Stuttgart fiel
kurzfristig Bradley Carnell aus. Für den Südafrikaner rückte der zuletzt
angeschlagene Pablo Thiam in die VFB-Elf. Die Anfangelf aus der jüngsten
Niederlage in Cottbus (1:2), erhielt von Rangnick eine neuerliche Bewährungschance.
Stuttgart legte los wie die Feuerwehr und versenkte die erste große Torchance
sofort zum Führungstreffer. Einen schöner Angriff über Zvonimir Soldo und
Roberto Pinto schloss Pablo Thiam (drittes Saisontor) aus sechs Metern zum 1:0
ab (19.). Fünf Minuten später musste Erik Mykland einen Kopfball von Thomas
Schneider für den bereits geschlagenen Simon Jentzsch auf der Linie klären
(24.). Im Anschluss machte Sechzig mehr Druck und erspielte sich zwangsläufig
die besten Szenen in Hälfte Eins: Ein 16-Meter-Schuss von Harald Cerny strich
nur um Zentimeter am Tor vorbei – Tyce hatte über links vorbereitet (27.) -
und Thomas Häßler zirkelte einen Freistoß direkt in die Arme von
VFB-Schlussmann Timo Hildebrand (28.). 1860 übernahm fortan das Heft im
Gottlieb-Daimler-Stadion. Thomas Häßler und Erik Mykland versuchten immer
wieder anzutreiben, und spielerisch Akzente zu setzen. Vidar Riseth bewies kurz
vor der Pause seine enorme Kopfballstärke als er eine Häßler-Flanke schön
verlängerte - Hildebrand reagierte aber erneut glänzend und lenkte den Ball über
die Latte (40.).
Lorant versuchte einige Minuten nach dem Seitenwechsel das Angriffsspiel durch
die Einwechslung von Daniel Borimirov für Tyce zu beleben (53.). Nennenswertes
brachte aber auch der Bulgare genauso wie seine Kollegen zunächst nicht
zustande. Stuttgart verpasste den Sack schon frühzeitig zuzumachen. Viorel
Ganea bediente Sturmpartner ‚Krokodil’ Sean Dundee, der aber knapp verzog
(59.). Lorant reagierte erneut und brachte Markus Beierle für den blassen
Martin Max ins Spiel (62.). Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung leitete
Beierle mit einem Seitfallzieher an die Latte (Häßler hatte geflankt) den
Ausgleich ein: Agostino staubte in Torjägermanier zum 1:1 ab (65.). Ein abgefälschter
Heber von Ganea sieben Minuten später brachte Stuttgart erneut in Front (72.) -
Jentzsch war ohne Chance. Die Löwen setzten nun alles auf eine Karte. Bernhard
Winkler kam als dritte Spitze ins Spiel, Mykland verließ den Platz. Thomas Häßler
belohnte Sechzig für den unermüdlichen Einsatz mit einem Zauberstreich. Aus 22
Metern zwirbelte der Löwen-Regisseur einen Freistoß in unnachahmlichen Art über
die Mauer und vorbei am verdutzt dreinschauenden Hildebrand ins Tor – 2:2,
wieder Ausgleich (81.).
Nun wurde nur noch gezittert, dass unsere Mannschaft nicht noch mal ein Tor
bekommt und dass der Schiri bald abpfeift. Das tat er dann auch und so war man
auch mit einem Unentschieden zufrieden, ein wenig zumindest.
Nach dem Spiel wollten wir eigentlich in den Persen Park (so was ähnliches wie das Night Flight in München), allerdings wurde uns hier der Eingang verwärt. "Hier kommt Ihr nur mit Anzug rein...", sagte uns so ein Eiweißcontainer, aber na ja, Stuttgart ist ja Groß - dachten wir uns. Beim Thema Disko ist Stuttgart allerdings klein, wie uns eine Einheimische erklärte, hier gibt's fast nichts. Also verschlugs uns in die Nachbarortschaft Ludwigsburg (oder so ähnlich), wo uns ein Club empfohlen wurde. Diesen fand man dann auch gleich ("DON" hieß er übrigens), doch als man dort reinschaute... na ja, ca. 20 Quadratmeter groß, 5 Neger, 3 Türken und wir.
Was tun, fragten wir uns. Entweder was anderes suchen oder, das was wir dann auch machten, eine Flasche Whiskey bestellen. Als wir dann um ca. 2 oder 3, weiß nicht mehr genau - hatte meine Uhr nicht dabei :-), den Laden mit einem hohen Alkoholspiegel verließen, ging's noch in einen anderen Laden, ich glaube er hieß Con Chilli. Dort kostete das Pils allerdings 20 Mark.
Als nächstes weiß ich dann, dass wir um 8 Uhr in der Früh im Auto aufwachten und heimfuhren. Ja und um 11 Uhr kamen wir auch wieder daheim, im Zusamtal, an. Somit war auch wieder dieses Auswärtsspiel erledigt und Parma kann kommen.