FC St.Pauli - TSV 1860 München am 03.11.2001
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Fotos
Bereits
am Freitagabend um 22.45 Uhr fuhr man los Richtung Hamburg. Auch diese Fahrt war
natürlich wieder sehr stimmungsreich. Und so wurde fast die ganze Nacht
durchgefeiert, bis man um 9 Uhr in der Früh in der Hansestadt ankam. Bevor das
Spiel um halb vier begann, konnte man in der Mittagszeit ungehindert das
St.Pauli-Stadion „Am Millerntor“ besichtigen. So konnte man sich z.B. auf
die Trainerbänke setzen oder den Fußballrasen betreten. Hier merkte man noch
richtig den Hauch von Fußball ohne Kommerz. Warum das Grünwalder-Stadion also
nicht Bundesligatauglich sein soll, das werden sich hier wohl alle gefragt
haben.
Nach
einer Einstimmung in einer der vielen Fußballkneipen rund ums Stadion begab man
sich dann um 15 Uhr ins, mit 20.000 Besuchern, ausverkaufte Stadion. Die
St.Pauli-Fans heitzen dann erst einmal mit dem Lustfinger-Song "Grünwalder-Stadion"
ein und es gab auf St.Pauli-Seite auch jede menge Plakate und Banner pro Giesing
in der Gegengerade ("wir wollen das/die sechzger"). Anti-wildmoser/Pro-Giesing-Stories
in "Viertelnachfünf" (offizielle Stadionzeitung) und im "Übersteiger".
Das alles ist weit mehr Solidarität als man von einem Bundesliga-Verein
gemeinhin erwarten darf. Das war eine Liebeserklärung. Und bei 60? Genau ein
Plakat ("khw du tötest die legende").
Die Stimmung unter den 2.000 mitgereisten Löwenfans war auch nicht besonders
gut, doch wenigstens haben die Löwen gewonnen.
Trainer Dietmar Demuth hatte erstmals sein südamerikanisches Sturm-Duo, den Brasilianer Marcao und den Argentinier Matias Cenci, aufgeboten. Doch im Angriff agierten die Hamburger, die in den letzten vier Spielen nur ein einziges Mal verloren hatten, ohne Durchschlagskraft. Unser starker Simon Jentzsch hielt zudem exzellent.
Nach der Pause stürmten die Hausherren munter weiter. Mit Marcel Rath für Inceman, der mit der Bewachung von Häßler große Probleme hatte, kam sogar ein weiterer Stürmer. Gibbs hätte mit seinem ersten Saisontreffer beinahe seinen Fehler wett gemacht, doch Jentzsch wehrte erneut ab.
Wenig später war der überragende Simon nach einem Rath-Schuss schon geschlagen, doch Uwe Ehlers klärte auf der Linie. Kurz darauf vergab der bereits 36 Jahre alte Trulsen mit einem Drehschuss aus kurzer Distanz erneut den Ausgleich.
Es kam, wie es kommen musste: Ein Konter brachte die Entscheidung. Einen Fernschuss des eingewechselten Markus Weissenberger konnte Bulat noch abwehren, doch gegen den Nachschuss von Cerny war der Kroate machtlos. Häßler krönte seine starke Leistung kurz vor dem Abpfiff mit seinem zweiten Saisontreffer.
Mit
großer Euphorie ging es dann nach dem Spiel in der Reeperbahn zum Feiern.
Etliche begaben sich in einer der unzähligen Kneipen, andere ins bekannte
Dollhaus oder in die „sündigste Meile der Welt“, der Herbertsstraße. Viele
machten die ganze Nacht zum Tage und besuchten in der Früh um 6 Uhr dann auch
gleich den bekannten Fischmarkt, den man unbedingt mal gesehen haben muss,
ebenso wie die Kneipe „Die singende Wirtin“, wo man das Bier noch von einer
singenden Wirtin serviert bekommt.
Autor: Kelly