1:1           

  

Der TSV ist in der Champions-Leage

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Am 20.05.2000 ging´s bereits um 6.45 für uns (Michi, Kelly, Rudi, Smiley, Rudl, Marcus) mit dem Löwenfanclub Zusamtal, von Buttenwiesen aus, Richtung K-Town. Mit 15 Kisten Bier im Kofferraum, Wiener, Brezen und ein wenig Fanclubeigenen Hüpfern konnte die Fahrt also losgehen, nachdem man noch die Mitglieder des Fanclubs Blindheim abholen musste. Über die A7 ging´s dann Richtung Raststätte Wattenheim. Da die Fahrt allerdings nicht ganz trocken blieb, mussten wir erst noch etliche Pausen einlegen, aber das ist ja normal. Um 11:30 kamen wir dann am Treffpunkt an, wo bereits schon einige Busse und natürlich viele, viele Löwenfans warteten. Schnell noch ein Eis gegessen und dann ging´s um 12 Uhr im Konvoi Richtung Lautern. Wir waren der sechste Bus in der langen Schlange, wie viele es waren kann ich noch gar nicht genau sagen.

Um kurz nach 12 kamen wir dann in Kaiserslautern an. Unser erste Weg führte erst mal in den Mäc, wo wir uns ein wenig den Magen vollschlugen. Dann um 14 Uhr liefen wir hinauf auf den Betzenberg. Es ist schon ein langer Fußmarsch, die ganzen Treppen hinauf, bis man endlich am Stadion ist. Es erinnerte mich ein wenig an die BayArena, nur ein wenig größer, ein echtes Fußballstadion eben. Die Stimmung war heute in der Ostkurve einmalig. Sowas habe ich noch nie erlebt, es lief einem eiskalt den Rücken runter. Aber es wusste ja jeder auch um was es geht. Entweder die Löwen spielen zumindest Unentschieden, oder sie verlieren und Hertha spielt Unentschieden. Schau mehr mal wies kommt. Die einst so gefürchtete Lauterer-Stimmung war heute nicht zu hören, wie mir zwei Fans nach dem Spiel erzählten, lag es aber an der verkorksten Saison des FCK, an der vor allem Otto Rehagel schuld sei.

Pünktlich um 15:30 Uhr war dann Anpfiff. Der erstmals seit Dezember wegen der Verletzungen von Georg Koch und Uwe Gospodarek wieder im Tor stehende Reinke wurde zum ruhenden Pol in der Lauterer Abwehr. Auch Michael Schjönberg spielte eine glänzende Rolle in der Defensive, die in vielen Fällen für die Truppe von Trainer Werner Lorant Endstation war. Beide Mannschaften mussten auf ihre Stars verzichten. Bei Lautern fehlte erneut der verletzte Weltmeister Yuri Djorkaeff. Bei 1860 wurde Thomas Häßler im Mittelfeld schmerzlich vermisst, obwohl der TSV spielerisch die Akzente setzte und keinen Schwachpunkt hatte. Die Gastgeber kamen nur langsam in die Gänge und hatte im Mittelfeld in ihrem vorbildlich kämpfenden Kapitän Ciriaco Sforza die wichtigste Schaltstation.

In der ersten Halbzeit gab es bereits schon ein paar tolle Chancen für den TSV, die sie aber nicht verwehrten. In der 45. Minute holte dann unser Keeper Daniel Hoffmann Ratinho im Strafraum von den Füßen und es gab zum leidwesen aller Löwenanhänger Elfmeter. Aber unsere Nummer 1 hielt - Danke.

Kaiserslautern - Riesenjubel bei den Roten Teufeln und den Löwen: Durch ein 1:1 (0:0) beim Saisonfinale schaffte der TSV 1860 München zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Einzug in die Champions-League-Qualifikation. Der 1. FC Kaiserslautern erreichte zumindest den UEFA-Cup als erklärtes Minimal-Ziel. Torschütze für die Pfälzer war der Ägypter Hany Ramzy (55.). Für den Ausgleich sorgte ebenfalls ein Lauterer: Mario Basler (67.) mit einem Eigentor.

Dann nach Halbzeit die 1:0-Führung der Lauterer.  Münchens Ersatztorhüter Michael Hofmann, der Sekunden zuvor für den verletzten Daniel Hoffmann eingewechselt worden war, wurde dabei kalt erwischt: Nach einer Basler-Ecke, die an Freund und Feind vorbeisegelte, drückte Hany Ramzy den Ball an dem verdutzten Keeper vorbei mit der Brust ins Tor. Doch die Freude der Lauterer währte nur zwölf Minuten: Die stürmisch angreifende Lorant-Elf kam zum Ausgleich. Ein Max-Schuss wurde von Reinke zwar gehalten, der Abpraller von dem zurückeilenden Basler jedoch ins eigene Tor befördert. In der hektischen Schlussphase hatten die Lauterer Riesenglück, als der Australier Paul Agostino (85.) mit einem mächtigen Schuss nur die Unterkante der Torlatte traf.

Pfiffe und "Otto raus"-Rufe musste sich FCK-Cheftrainer Otto Rehhagel gefallen lassen, als er den Albaner Igli Tare (79.) für den Dänen Jörgen Pettersson brachte und den völlig enttäuschenden Olaf Marschall im Spiel ließ. Die Lauterer brachten das 1:1 in der Schlussphase unter den gellenden Pfiffen der 41.500 Zuschauer über die Runden.

Kurz vor Ende der Partie feuerten die 60er-Fans unsere Mannschaft noch mit "Hi Ha Ho - Hertha ist K.O." rufen an, als man per Handy mitbekam, dass die Berliner 2:0 im Rückstand stehen und die Löwen somit den 4.Platz sicher haben. Europa wir kommen!!!

Nach dem geilsten Spiel meines Lebens, ging´s dann Richtung Innenstand, in der erstmal gegessen wurde und wir nochmals das Spiel auf  Sat.1 verfolgten.

Um 21:00 Uhr ging´s dann wieder auf eine feuchtfröhliche Bus-Heimfahrt, in der man nochmals den Europa-Cup-Einzug feierte, bis wir dann um 2:00 Uhr wieder daheim ankamen.