2:0

Am 18.08.01 ging`s für Robbl, Jürgen und mich zum Bundesligaspiel FC Bauern - FC St. Pauli. Da zwischen den Vereinen 1860 und St.Pauli noch eine alte "Fanfreundschaft" herrscht, die zur Zeit leider ein wenig verflacht ist, gibt es doch noch Sympathien der beiden Fangruppen zum anderen Verein. Der alte Spruch "Die kleinen sind doch die großen" schweißt eben doch noch ein wenig zusammen.
Als wir die Olympiaschüssel mit unseren 60er-Kutten betraten gab's überall nur dumme Blicke, von den Bauern-Fans, die damit nichts anzufangen wussten, aber so ein Wort wie richtige "Fanfreundschaft" kennen die egoistischsten und arrogantesten Fans der Liga eben nicht.
Dank ein paar Sankt Pauli-Fans aus Ulm gelangen wir dann auch in den Fanblock der St.Paulianer, der mit 4.500 Fans aus der Hansestadt gut gefüllt war. Endlich kamen wir mal wieder in den Genuss von 90-Minuten geilem Dauersupport. Beim Thema Witzigkeit und Einfallreichtum sind die St.Pauli-Fans wirklich eine der besten Fans der Liga. Mit Liedern wie "Die Welle muss weg" (bei der Welle der Bauern-Fans) oder "Hitzfeld raus!" und "Hexenkessel, Hexenkessel, hey, hey" wurde es in der ganzen Spielzeit bestimmt niemand langweilig im Fanblock, obwohl das Spiel ja für den FC St.Pauli nicht gerade hervorragend lief, aber ich glaube den St.Pauli-Fans geht es momentan in der 1.Liga hauptsächlich um den Spaß, und das ist auch gut so ;-)
Doch nun zum Spiel:
Gegen die harmlose und von Trainer Dietmar Demuth auf gleich vier Positionen veränderten Gäste-Elf konnten die Bayern bei schwüler Hitze fast im Schongang schalten und walten. Doch der überragende Tihomir Bulat im Tor des FC St. Pauli verhinderte mit zahlreichen Paraden ein Debakel.
Dem nur 100.000 Mark teuren Neuzugang aus Kroatien kam zudem bei einem Schuss von Willy Sagnol (3.) sowie einem Kopfball von Elber (7.) Pfosten und Latte zur Hilfe.
Die defensiv ein- und aufgestellten St. Paulianer, die fast nur durch den agilen Marcel Rath für Gefahr in der Offensive sorgten, gingen mit ihren wenigen Tor- und Konterchancen allzu sorglos um.
Zudem reagierte Nationaltorwart Oliver Kahn bei einem Schuss von Nico Patschinski gewohnt sicher (26.). Pech hatten die Gäste, dass ein Handspiel von Pablo Thiam im Strafraum nach einem Schuss von Rath nicht geahndet wurde (40.).
Vor 60.000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion erzielten am dann Ciriaco Sforza mit einem abgefälschten Flachschuss (13.) und Torjäger Giovane Elber per Kopf (45.) die Tore für die Bauern.
Nichts desto trotz, der gute Support und das Ergebniss von 3:1 unserer Löwen in Bremen machte den Tag, doch noch zu einem Positiven. Bei der Durchsage der Tore von 1860 gab´s übrigens Applaus von den St.Pauli-Fans und als die Bauern-Fans anfingen zu singen "In München gibt´s nur ein Verein", da sangen manchen St.Pauli-Fans "...60 München". Die nur noch als Bemerkung zum Thema "Fanfreundschaft".
Autor: Kelly