Energie Cottbus - TSV 1860 München am 23.04.2002

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Am Samstag den 23.04.2002 fuhren wir dann, nach dem genialen Hamburger Derby, weiter nach Cottbus um uns unsere Löwen gegen den FC Energie anzuschauen. Nach ca. 4 Stunden Autofahrt, über teilweise eigentlich unbefahrbare Autobahnen zwischen Berlin und Cottbus, kam man dann so gegen 15 Uhr in Cottbus an.

Der Weg führte uns dann auch gleich in die Gästefankurve, im Stadion-der-Freundschaft, wo sich bereits weitere ca. 150 Löwenfans einfanden. Wie immer sah man die bekannten Gesichter, welche auf jedem Auswärtsspiel dabei sind. Verwundert hat mich das große Polizeitaufgebot am Stadion. Es waren fast mehr Grüne am Stadion wie im Olympiastadion. Sogar ein Polizeihubschrauber flog am Anfang übers Stadion. Kann aber auch sein, dass sie einfach Angst vor rechtsradikalen Ausschreitungen hatten, da ja der 20.April war und an diesem Tag ein gewisser AH Geburtstag hatte. Zudem hatten sich noch 500 Nazis aus Polen angekündigt, doch diesen waren
glücklicherweiße nicht anwesend. Auch die Ordner im Fanblock waren ziemlich komisch. Es handelte sich überwiegend um Glatzen und Schlägertypen mit Skin-Tätowierungen, schwarzen Sonnenbrillen... die eigentlich nur darauf warteten zuzuschlagen. Wirklich sehr deesklariend sowas :-)

Pünklich um 15:30 Uhr pfiff dann Schiri Helmut Krug dann das Spiel vor ca. 22.000 Zuschauern auch an. Die Lausitzer starteten mit viel Engagement in die Partie. Insbesondere der polnische Nationalspieler Radoslav Kaluzny hatte in den ersten elf Minuten vier gute Möglichkeiten. Die Löwen standen zumeist in der Defensive und brachten keine eigenen Angriffe zustande. In der 18. Minute dann der Schock für die Hausherren: Bei einem Kopfballduell verletzten sich sowohl der starke Kaluzny als auch Libero Vilmos Sebök. Während der Pole nach einer kurzen Behandlungspause mit einem Kopfverband wieder aufs Feld kam, war die Partie für den Ungarn beendet. In der Folge kamen die Löwen besser ins Spiel. Die erste gute Möglichkeit hatte Neu-Nationalspieler Martin Max in der 32. Minute. Sein Schuss aus 22 Metern strich am Tor vorbei. Eine Minute vor dem Pausenpfiff köpfte wiederum Max auf das Cottbusser Tor und Piplica-Ersatz Lenz lenkte den Ball mit einer guten Reaktion an die Torlatte.

Nach dem Seitenwechsel boten beide Teams 'Sommerfußball'. Die Führung für die Sechzger fiel überraschend: Markus Weissenberger hatte von der linken Seite in den Fünfmeterraum geflankt und der Klärungsversuch von Energie-Verteidiger Faruk Hujdurovic landete im eigenen Tor. Die Hausherren agierten nach dem Rückstand offensiver, vor allem der eingewechselte Franklin Bittencourt brachte neuen Schwung. Auf der anderen Seite war vor allem Max bemüht, seine Führung in der Torjägerliste der Bundesliga auszubauen. Die beste Möglichkeit dazu bot sich ihm in der 77. Minute als er vor Lenz stehend von Hujdurovic am Torschuss gehindert wurde. Beim
Cottbusser Ausgleich durch Sebastian Helbig in der 81.Minute machte Simon Jentzsch eine unglückliche Figur, als ihm der Schuss des Energie-Stürmers durch die Hände rutschte. Fünf Minuten vor dem Ende hatte Thomas Häßler die Chance zum Siegtreffer für die Löwen, doch er scheiterte an Lenz.

Stimmungsmäßig war es eines der schlechtesten Auswärtsspiele die ich je miterlebt habe, was aber vielleicht auch an der lahmen Leistung der Mannschaften lag. Auch von der Cottbus Fanseite kam nicht viel rüber, die erinnerten mich ein wenig an die SpVgg Unterhaching.

Doch ein weiteres mal werde ich mir die Lausitz nicht antun. Ich hoffe die steigen in der nächsten Saison ab.


Autor: Kelly

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