FC Bayern - Kaiserslautern am 12.05.2001
2:1 
Am 12.05.2001 besuchte ich mit Boxter das Bundesligaspiel FC Bauern gegen unsere Freunde aus der Pfalz, den FC Kaiserslautern. Da ich an diesem Tag vormittags eine Schulung hatte, erschien uns dies als beste Alternative zum versäumten Sonderzug nach Rostock, wo unsere Löwen spielten.
Im Stadion angetroffen, mussten wir erste einmal schauen, wie wir in die Fankurve der Lauterer kommen, da wir nur Karten für die Gegengerade hatten. Aber da ja die Pfälzer auch coole Fans haben, bekamen wir von zwei Lauterer Fans Ihre Eintrittskarten zum Fanblock und konnten somit auch in den Block. Darin trafen wir dann auch auf zwei weitere Löwensupporters, den Smiley und den Hummel.
Die Stimmung war zu Beginn eigentlich ganz gut, besonders als zu Beginn einige Rauchschwaden aufstiegen, wie man es ja von den Lauterern gewohnt ist. Doch nun zu einem meiner traumatischten Spiele, wie sich noch herausstellen sollte:
Ottmar Hitzfeld hatte doch stärker rotiert, als er es angekündigt hatte. Neben Jens Jeremies (Gelb-Sperre) verzichtete er drei Tage nach dem Einzug ins Champions-League-Finale gegen Real Madrid zudem auf Giovane Elber, Mehmet Scholl und Willy Sagnol. Dafür kamen neben Kapitän Stefan Effenberg, der beim 2:1-Sieg gegen Madrid gesperrt gewesen war, Ciriaco Sforza, Carsten Jancker und Roque Santa Cruz neu in die Mannschaft.
Doch bevor sich die neu formierte Formation gefunden hatte, lag sie auch schon mit 0:1 in Rückstand. Nach einer Flanke von Harry Koch gewann Lokvenc das Kopfballduell gegen Thomas Linke und überwand den chancenlos Oliver Kahn. In der Folge entwickelte sich Einbahnstraßen-Fußball in Richtung Lauterer Tor. Doch dem Spiel der Bayern fehlte die Linie, vor allem Effenbergs Pässe hatten keine Präzision.
Sforza und der junge Owen
Hargreaves waren produktiver, aber in der Spitze konnten sich die Münchner mit
Jancker und Santa Cruz kaum gegen die von Slobodan Komljenovic dirigierte
Lauterer Dreierkette durchsetzen. Chancen von Sforza (16.), Jancker (28.) und
Santa Cruz (34.) verpufften. Für den 1:1-Ausgleich hätte sogar fast Hany Ramzy
mit einem Eigentor gesorgt, als der Ägypter eine Flanke von Effenberg an den
Pfosten des eigenen Tores köpfte.
„Wir müssen den Druck erhöhen“, forderte Bayern-Präsident Franz
Beckenbauer. Vor allem Elber habe „an allen Ecken und Enden“ gefehlt. Doch
noch bevor Hitzfeld den Brasilianer einwechselte (67.), knackten die Münchner
den Pfälzer Abwehrriegel. Hasan Salihamidzic, der nach der zehnten Gelbe Karte
beim Saisonfinale in Hamburg fehlen wird, düpierte auf der rechten Seite seinen
Gegenspieler Jeff Strasser, flankte nach innen, wo Jancker einen Schritt vor
Harry Koch am Ball war und flach einschoss.
In den Minuten danach hätte
Jancker zum Matchwinner werden können, aber der Nationalspieler verfehlte zwei
Mal aus bester Position (57./60.). Zudem scheiterte Santa Cruz aus kurzer
Distanz am starken Lauterer Schlussmann Georg Koch (61.).
Die Bayern wollten es jetzt wissen, aber auch die Gäste blieben mit Kontern gefährlich.
Zudem verfehlte Youri Djorkaeff mit einem direkten Freistoß nur knapp das
Bayern-Tor (65.). Doch der Druck der Münchner nahm von Minute zu Minute zu
(15:1 Ecken), wobei es immer mehr ein Spiel FC Bayern gegen Georg Koch wurde.
Der Lauterer Schlussmann sah schon wie der Sieger aus, als Zickler ihm den Ball
unhaltbar aus 14 Metern in den rechten Winkel drosch.
Mit einem Tor in letzter
Minute hat Alexander Zickler dem FC Bayern München drei Tage nach dem Einzug
ins Champions-League-Finale auch den Weg zum Titel-Hattrick in der Fußball-Bundesliga
eröffnet. In der 89. Minute zog Trainer Ottmar Hitzfeld seinen letzter
„Joker“, brachte Zickler und dieser erzielte bei seinem ersten Torschuss den
2:1 (0:1)-Siegtreffer gegen den 1. FC Kaiserslautern.
63.000 Zuschauer feierten nach dem Abpfiff dank der Schützenhilfe des VfB
Stuttgart (1:0 gegen Schalke) ausgelassen die Rückkehr an die Tabellenspitze.
Mit drei Punkten Vorsprung gehen die Münchner damit am letzten Spieltag ins
Auswärtsspiel in Hamburg.
Für die Lauterer dagegen war der später Gegentreffer doppelt bitter: Sie verloren nicht nur die Partie, sondern stehen auch nicht mehr auf einem UEFA-Pokal-Platz.
Es war eines der schlimmsten Spiele die ich je gesehen habe. Bayern schießt in der Nachspielzeit ein Tor und Schalke bekommt ein Tor. Bayern wurde dadurch wieder Tabellenführer und machte sich somit fast schon zum Meister.
Bayern München - 1. FC Kaiserslautern 2:1 (0:1)
Bayern München: Kahn - Kuffour, Andersson, Linke - Salihamidzic (88. Zickler), Sforza, Effenberg, Hargreaves (85. Sagnol), Lizarazu - Jancker, Santa Cruz (67. Santa Cruz)
1. FC Kaiserslautern: Georg Koch - Harry Koch, Komljenovic, Schjönberg - Buck (70. Petterson), Ramzy, Lokvenc, Grammozis, Strasser (77. Bjelica) - Klose, Djorkaeff
Schiedsrichter: Wagner (Hofheim)
Zuschauer: 63 000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Lokvenc (5.), 1:1 Jancker (56.), 2:1 Zickler (90.)
Gelbe Karten: Jancker, Salihamidzic / Strasser, Grammozis
Autor: Kelly