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Die neuen Stadionpläne fürs 60er

Manni Schwabl will das 60-er Stadion renovieren...

Eigentlich war ja alles klar in München - die Stadt, Bayern München und der TSV 1860 haben sich auf einen Umbau des altehrwürdigen Olympiastadions geeinigt. Doch was passiert mit dem alten 1860-Stadion an der Grünwalderstraße? Manni Schwabl, Ex-Löwe, will dort eine modernes Stadion entstehen lassen.

38.000 Zuschauer sollen in der neuen Arena die Spiele der Löwen in Zukunft verfolgen können. Das alte 60er-Stadion, baufällig und eigentlich eine Ruine, soll einer topmodernen Stätte des Fußballs weichen. Überdachtes Spielfeld, alles auf dem neuesten technischen Stand, VIP-Lounges - alles vom Feinsten.

Und das beste für die Löwen - es würde sie keinen Pfennig kosten. Den Umbau würde Manni Schwabl und eine Münchner Investmentfirma übernehmen. Vorausgesetzt, die Stadt überläßt den Grund dem Investor 99 Jahre als Erbpacht und 1860 München unterschreibt einen langfristigen Mietvertrag.

Alle Probleme, wie Lärm, Enge, An- und Abfahrt, hat Manni Schwabl und sein Team in einer Studie gelöst, doch die Stadt München ist zögerlich. Doch vielleicht wäre die "2-Stadion-Lösung" für den Münchner Fußball am Besten. Bayern allein könnte in einem frischrenovierten Olympiastadion spielen und die Löwen wären an die Stätte ihrer Geschichte und der größten Erfolge endlich zurückgekehrt.

Argumente für ein neues 60er-Stadion:

Argumente gegen ein Olympiastadion

- Auch ein umgebautes Olympiastadion ist für 1860 zu groß (laut Umbauplan 66000 Plätze)
- Auch ein umgebautes Olympiastadion wird kein Fußballstadion sein (Ein Drittel der Zuschauer sitzt mehr als 50 m vom Spielfeldrand weg, in Dortmund 6 Prozent).

- Es ist vollkommen offen, wo 1860 in den 3 Spielzeiten (2002-2005) der Umbauphase (so lange dauerts laut Architekten) spielen wird.

- Es gibt noch keinerlei genaues Finanzierungskonzept, was die Vereine betrifft. Wenn der Umbau mehr als die jetzt errechneten knapp 400 Millionen kostet, wer zahlt den Rest?

- Eine langfristige Verpflichtung (derzeit sind 20 Jahre aktuell), in einem ausgebauten Olympiastadion zu bleiben, ist für Bayern tragbar. Bei 60 jedoch ist es immer möglich, dass man mal absteigt. Was dann? Auch die Pachtzahlungen sind dann festgelegt. Auch diesen könnten wir in der 2. Liga nicht nachkommen.

- In den nächsten Jahren wird die gute Stadionatmosphäre immer wichtiger werden, da die Pay-per-View-Zuschauer nur solche Spiele buchen werden, die entweder Spitzenspiele sind oder sonst eine tolle Stadion-Atmosphäre ins Wohnzimmer zaubern. Mit unser Stadionauslastung von unter 50 Prozent waren wir in der letzten Spielzeit Letzter. Sechzig wird deshalb im Olympiastadion auch nach dem Umbau sehr viel Geld verlieren.

- Ein weitere gemeinsame Stadionnutzung mit dem FC Bayern ist aus Marketing-Gründen für den TSV 1860 schädlich. Man muss, um etwas verkaufen zu wollen, einen USP (Unique Selling Proposition) haben, auf deutsch etwas Einzigartiges, was kein direkter Mitbewerber hat, also besondere Qualität oder ein einzigartiges Image. 1860 hat dies im selben Stadion wie Bayern nicht. Deshalb verlieren wir bereits jetzt trotz großen sportlichen Erfolgs laufend Zuschauer. Anderen Vereinen, die sich in eigenen, fußballtauglichen Stadien profilieren können, ging es nicht so (Paradebeispiel Dortmund, wo man trotz schlechter Leistungen knapp 70.000 Zuschauer im Schnitt hatte).

Jetzt, warum das Grünwalder besser wäre (ergibt sich zum Großteil aus dem vorigen):


- Es gibt ein Finanzierungskonzept mit einem der Stadt von anderen Projekten vertrauten Investor (Deinböck Capital Management).

- Richtig ist: Die Stadt hat sich gegenüber denSchwabl-Plänen skeptisch geäußert (wg.Lärm). Grund: Man will 60 aus finanziellen Gründen im Olympia-Projekt behalten, egal, ob dies für den Verein gut ist oder nicht. Richtig ist auch: Schwabl ist in ständigen Gesprächen mit den Fachreferaten und Fachreferenten. Eine endgültige Entscheidung der Stadt, positiv oder negativ ist noch nicht gefallen. Das ist aktueller Stand von gestern. Hier erzählt Wildmoser oft andere, z.T. haarsträubende Geschichten. Diese entsprechen nicht der Wahrheit. Wenn der Verein sich einmal positiv hinsichtlich Grünwalder äußern würde, z.B. so: "Wenn es technisch möglich ist, möchten wir dort spielen.", dann könnte das bei der Stadt eine Menge verändern.

- Man könnte das Stadion ausbauen, während man noch im Olympiastadion spielt. Ein Ausweichen anch Nürnberg oder wohin auch sonst wäre nicht notwendig.

- Es wäre ein Fußballstadion. D.h., man könnte auch neue Zuschauer wegen der Atmosphäre ins Stadion und vor den Pay-per-View-Fernseher locken. Folge: Sechzig könnte deutlich mehr Geld verdienen als im Oly.

- Es hätte die richtige Größe (ca. 38000 Plätze).
- Es wäre dort, wo Sechzig hingehört, in Giesing.
- Auch in der 2. Liga könnte Sechzig in diesemStadion überleben.
- Man hat ein eigenes Stadion, d.h., man kann sich imagemäßig von direkten Nachbarn, der sportlich bis auf weiteres erfolgreicher bleiben wird, abheben und sich damit in eine bessere Marktposition hieven.



1860 München